Anton Saefkow Haus

WO WOLLEN WIR HIN

Wichtig ist uns die Lage des Projekts. Dass wir nicht ein weiteres Hausprojekt in Friedrichshain oder Kreuzberg aufbauen wollen, liegt nicht nur an der Unerschwinglichkeit der Kaufpreise in diesen Gegenden. Wir glauben, dass es dort schon einiges an Infrastruktur gibt – ob sie nun so genutzt wird, wie wir das für richtig finden oder nicht. In vielen anderen Gegenden Berlins ist das allerdings ganz anders. Hier fehlen oft Orte des Zusammenkommens, die von den Anwohner*innen selbst mit Leben gefüllt werden können.


Zudem handelt es sich bei Bezirken wie Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg um Gegenden, die eine außergewöhnlich hohe Armutsgefährdungsquote aufweisen. Die Lebensrealität großer Bevölkerungsgruppen in diesen Bezirken ist durch Niedriglohnjobs oder durch die Abhängigkeit von sozialen Transferleistungen geprägt. In allen drei Bezirken leben auch viele Migrant*innen, People of Colour und Geflüchtete, die zusätzlich durch Überausbeutung und Rassismus betroffen sind.


Auch was die allgemeine Struktur der Bezirke angeht zeichnen sie sich vor allem dadurch aus, dass es deutlich weniger kulturelle, gastronomische oder Freizeitangebote gibt, als in jenen Bezirken, in denen sich Berlin für den lukrativen Tourismus herausputzt.

So sehen wir ein gewisses Vakuum in diese Bezirken. Genau hier braucht es unserer Auffassung nach Soziale Zentren.

Das Haus selbst wird dabei im Kiez viele verschiedene Funktionen erfüllen:

Es ist mit einem großen öffentlichen Bereich Begegnungszentrum im Kiez, diesen Bereich können die Anwohner*innen selbst mitgestalten und nutzen, etwa für Familienfeste und Feiern.

Es wird ein reiches kulturelles und Bildungsangebot geben, an dem jede*r unabhängig von seinem Geldbeutel partizipieren kann.

Das Haus und die Wohneinheiten sind für immer der Spekulation entzogen; hier wollen wir mit dem Mietshaussyndikat zusammenarbeiten. So wird leistbarer Wohnraum bewahrt.

Der Jugendverein mit der angeschlossenen Kita ist ein tragender Teil des Pädagogischen Zentrums des Hauses, das sich an von Armut betroffene Kinder richtet.

Die Kantine gewährleistet preiswerte, vollwertige Nahrung aus regionaler Produktion für den Kiez, in Kooperation mit Kollektiven, die Solidarische Landwirtschaft betreiben.

Der Garten ist Teil des Versuches, Ernährungssouveränität herzustellen und soll mit einer Patenschaft Teil des 15th-Gardens-Project und der Kampagne “Make Rojava Green Again” werden.

Die Sporträume und die darin angebotenen Kurse stellen preiswerte oder kostenlose Sportangebote für junge wie ältere Nachbar*innen zur Verfügung. Außerdem wird es Programme geben, die sich explizit an straffällig gewordene Jugendliche richten.


Ziel soll dabei die Entstehung einer aktiven solidarischen Nachbarschaft sein.